Bahla – Oasenstadt in Oman

Wenn man in Oman unterwegs ist, sollte man unbedingt einen Abstecher nach Bahla machen. Bahla ist eine der ältesten Königsstädte in Oman und so waren mein Freund und ich natürlich dorthin unterwegs. Zudem ist Bahla eine Oasenstadt. Das wollten wir uns in unseren Oman Ferien auf keinen Fall entgehen lassen, denn wir hatten beide noch nie eine Oasenstadt, geschweige denn eine Königsstadt gesehen. Bahla liegt 180 km südlich von der Stadt Muscat am Fuße des Gebirges Dschabal al Achdar. Von Weitem kann man sie schon sehen, denn sie ist von einer 12 km langen und 5 km hohen Stadtmauer aus Lehmziegeln umgeben. Die Fahrt dorthin dauert knapp zwei Stunden und wir haben uns extra dafür ein Auto gemietet. Vom 12. bis 17. Jahrhundert war Bahla die Hauptstadt der Nabhani Dynastie, deswegen haben wir rein optisch etwas Großes erwartet. Wir wurden nicht enttäuscht. Sobald die Stadtmauer ganz klein auftauchte, fanden wir es schon klasse, den Weg auf uns genommen zu haben. Noch besser wurde es, als wir angekommen sind, denn dann konnten wir zum ersten Mal die Festung Hisn Tamah sehen. Nachdem wir die Stadtmauer passiert hatten, stand die große Festung einfach vor uns.

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Foto: falco / pixabay

Hisn Tamah ist sehr eindrucksvoll. Die Festung wurde wahrscheinlich im 17. Jahrhundert vom Stamm der Nabhani erbaut. Das Fundament besteht aus Steinen und die restliche Festung aus ungebackenen Lehmziegeln und Stroh. Ein Wunder, dass sie heute noch steht. Insgesamt 15 Tore und 132 Wehrtürme gibt es zu bewundern und so ist man hier schon seine Zeit unterwegs, wenn man sich Hisn Tamah anschaut. Aufgrund der Lage oberhalb des Wadis, einem jetzt ausgetrockneten Flusslauf, hatte die Festung eine große strategische Bedeutung. Damals war im Wadi nämlich noch Wasser und so konnte sich die Stadt, auch wenn sie belagert wurde, lange Zeit verteidigen, weil sie keine Angst vor großem Durst haben mussten. Seit 1987 gehört die Festung Hisn Tamah zum UNESCO Weltkulturerbe. Aus diesem Grund sind dort auch viele Touristen zu finden, aber es war trotzdem ein sehr schöner Ausflug. Von 1988 bis 2004 war die Festung auf der Roten Liste des gefährdeten Welterbes zu finden, doch dann wurde sie nach modernsten Techniken saniert, ohne den ursprünglichen Charakter des Bauwerkes zu gefährden.