Die Heilquellen von St. Moritz

St. Moritz ist nicht nur bekannt als Skiort, in dem eine hohe Promidichte Jahr für Jahr aufhält. St. Moritz ist vor allem auch ein Ort, an dem es eine schon Jahrhundert alte Heilquelle gibt. Dies ist ein Beleg dafür, dass der Ort vermutlich schon lange bekannt war als Ferienort bzw. eher als Pilgerort, denn es gibt dort heiliges Wasser. Allerdings geriet die Quelle offenbar ein bisschen in Vergessenheit. Denn erst vor ca. 100 Jahren fand man die fast 3500 Jahre alte Fassung einer Mineralquelle. Doch genau wegen dieser kamen schon in der Bronzezeit offenbar viele Menschen ins Engadin. Doch als man 1853 die antike Fassung der Mauritiusquelle fand, ahnte man noch nicht, dass man ein Bindeglied zwischen den ebenfalls um die Mitte des 19. Jahrhunderts an den Mittelland-Seen entdeckten Pfahlbausiedlungen und den Bauten an den norditalienischen Seen entdeckt hatte.

Foto: Joujou / pixelio.de
Foto: Joujou / pixelio.de


Neubelebung des Bäderbetriebes

1907 wurde die Heilquelle offengelegt und ausgegraben und das Holz der beiden ausgehöhlten Lärchenstämme untersucht und auf eine Zeit vor ca. 3500 Jahren datiert. Was unbekannt bliebt war, welchen Gottheiten die Quellen im Engadin dienten. Die Mineralquelle wurde später dem heiligen Mauritius gewidmet. Es wird vermutet, dass schon im Mittelalter die Quellen viele Menschen anzogen. Man geht davon aus, dass St. Moritz und seine Umgebung früher wegen der Quellen ein bekannter und beliebter Wallfahrtsort war. Im 19. Jahrhundert zog es schließlich die ersten Angehörigen der europäischen Fürsten- und Königshäuser ins Engadin. Deren Gegenwart ist bis heute recht groß – vor allem im Winter, weil die trockene Luft hier auch als Reizklima gilt.