Einheimische und Touristen auf den Malediven

Mehr als 40 Jahre lang hatte es die Inselregierung der Malediven geschafft ihre eigene Bevölkerung gegenüber dem westlichen Lebensstil regelrecht abzuschotten. Seit 2009 ist es möglich, dass die Touristen auch die Einheimischen Inseln besuchen. Natürlich nicht alle, sondern nur ausgewählte, auf denen auch inzwischen eine kleine touristische Infrastruktur jeweils aufgebaut wurde mit einem Kiosk und einem Laden, in dem Schmuck und Handwerkserzeugnisse gekauft werden können. Der Grund für die Lockerung der Abschottungspolitik dürfte klar sein: Die Malediven Regierung hat sich keine Freunde damit gemacht, dass sie die eigene Bevölkerung regelrecht von den Touristen abschottet. Dabei ist es tatsächlich die Angst der Regierung von mehr als 40 Jahren gewesen, dass die eigene Bevölkerung zu stark den westlichen Lebensstil annehmen würde. „Auswüchse“ wie in Istanbul, dass die Frauen ohne Kopftuch herumlaufen, das wollte man in diesem streng muslimischen Land immer verhindern.

Foto: FloRyan  / pixelio.de
Foto: FloRyan / pixelio.de


Bruch mit auferlegten Verboten

Doch in Zeiten der Krise bricht man offenbar eben auch mit Traditionen, die man sich selbst auferlegt hat. Tatsache war schon lange, dass viele Touristen nicht demonstrativ Zugang zu den Einheimischen Inseln forderten, sondern eben an der Kultur der Menschen auf den Malediven interessiert zu sein schienen. Immer wieder gab es Anfragen von Reiseveranstaltern, ob denn nicht den Touristen auch Zugang zu den Einheimischen Inseln gewährt werden könnte – begrenzt natürlich, sowohl räumlich, wie auch zeitlich. Hinzu kommt, dass die Malediven drohen im Meer zu versinken. Daher hat sich die Regierung vielleicht auch etwas kulanter gezeigt und wenigstens einen kleinen Einblick geben wollen in den Alltag der Einheimischen.