Kanada – Englisch und Französisch existieren nebeneinander

Wer Kanada besucht, der ist vor allem von der Weite des Landes regelrecht erschlagen. Denn nach Russland ist Kanada flächenmäßig gesehen das zweitgrößte Land der Welt, hat aber nur 35 Millionen Einwohner. Das heißt man kann hier durchaus auf einer Straße fahren, ohne dass man womöglich tagelang einen Menschen sieht. Diese Einsamkeit und auch die Wildnis mit Wäldern und Schnee im Winter hat die Menschen in Kanada natürlich geprägt. Man begegnet Fremden hier freundlich und fängt auch gleich eine Konversation an. Doch viele Besucher Kanadas sind dann ein bisschen überfordert, weil ihr Gegenüber Französisch spricht! Doch das ist ganz normal, insbesondere wenn man sich gerade in der Provinz Quebec aufhält, weil hier die Hochburg der französischstämmigen Nachfahren der Siedler Kanadas ist.

Foto: Olaf Schneider  / pixelio.de
Foto: Olaf Schneider / pixelio.de


Sprachkurse in Englisch und Französisch möglich

Bedingt durch die Eroberungen des Landes durch Franzosen und danach durch die Engländer besteht bis heute eine Zweisprachigkeit im Land. Mit dem Act of Quebec ist diese Zweisprachigkeit auch geregelt. Dieser stammt aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, als die Konflikte zwischen Franzosen und Briten nach dem Abzug der französischen Eroberer und dem Zurückbleiben der französischen Siedler offenkundig waren. Um einen Bürgerkrieg zu verhindern wurde bestimmt, dass die französischstämmige Bevölkerung Kanadas sowohl Religionsfreiheit genießen und auch Mitspracherecht in der Regierung erhält. Bis heute ist dadurch eigentlich ein mehr oder weniger friedliches Zusammenleben garantiert. Sprachschüler haben in Kanada den Vorteil, dass sie in Quebec wahlweise eine französische Sprachschule besuchen können und in einer Provinz, in der Englisch gesprochen wird eine englischesprachige Sprachschule.